13 besondere Zitate von Herman Hesse
Hermann Hesse gehört zu den bekanntesten deutschsprachigen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. In seinen Zitaten spiegeln sich zentrale Themen seines Werks wider: die Suche nach dem eigenen Ich, Spiritualität, Naturverbundenheit und der innere Konflikt des Menschen. Mit klarer, poetischer Sprache regen seine Worte bis heute zum Nachdenken über Leben, Freiheit und Selbstfindung an. Hier sind 13 Zitate zum Entdecken.


In Zeiten, wo uns das Leben schwer zu tragen wird, gibt es keine wertvollere Zuflucht als zu den Problemen des abstrakten Denkens, von welchen uns nicht irgendein billiger Trost zufließt, wo uns aber die angestrengte Beschäftigung mit zeitlosen Werten das Herz kühlt und den Geist stärkt.
Menschen mit Mut und Charakter wirken auf die anderen immer unheimlich.
Die Zunge zu halten, wenn alle tratschen, Menschen und Institutionen ohne Feindseligkeit anzulächeln, den Mangel an Liebe in der Welt durch mehr Liebe im Kleinen, im Privaten auszugleichen; gewissenhafter in unserer Arbeit zu sein, mehr Geduld zu üben, auf die billige Rache durch Spott und Kritik zu verzichten: all das können wir tun.
Es steht mir nicht zu, über das Leben eines anderen zu urteilen. Ich muss urteilen, ich muss wählen, ich muss verwerfen, ganz für mich selbst. Nur für mich selbst.
Wir sind Sonne und Mond, lieber Freund; wir sind Meer und Land. Es ist nicht unsere Aufgabe, eins zu werden, sondern einander zu erkennen, den anderen zu sehen und ihn zu ehren, wie er ist: einander Gegensatz und Ergänzung.
Ich musste so viel Dummheit, so viele Laster, so viele Irrtümer, so viel Übelkeit, Enttäuschung und Kummer ertragen, nur um wieder Kind zu werden und von Neuem zu beginnen. Ich musste Verzweiflung erfahren, ich musste in die tiefsten seelischen Abgründe sinken, bis hin zu Selbstmordgedanken, um Gnade zu erfahren.
Worte drücken Gedanken nicht sehr gut aus. Sie verändern sich immer ein wenig, nachdem sie ausgesprochen wurden, werden ein wenig verzerrt, ein wenig töricht. Und doch gefällt es mir und erscheint mir richtig, dass das, was für den einen wertvoll und weise ist, dem anderen Unsinn ist.
Wir töten bei jedem Schritt, nicht nur in Kriegen, Aufständen und Hinrichtungen. Wir töten, wenn wir Armut, Leid und Scham ignorieren. Ebenso ist jede Missachtung des Lebens, jede Herzlosigkeit, jede Gleichgültigkeit, jede Verachtung nichts anderes als Töten.
Jeder Mensch ist mehr als nur er selbst; er repräsentiert auch den einzigartigen, den ganz besonderen und immer bedeutsamen und bemerkenswerten Punkt, an dem sich die Phänomene der Welt nur einmal auf diese Weise und nie wieder kreuzen. Deshalb ist die Geschichte jedes Menschen wichtig, ewig, heilig; deshalb ist jeder Mensch, solange er lebt und den Willen der Natur erfüllt, wunderbar und der Betrachtung wert. In jedem Einzelnen ist der Geist Fleisch geworden, in jedem Menschen leidet die Schöpfung, in jedem ist ein Erlöser ans Kreuz genagelt.
Wir drehen uns nicht im Kreis, wir steigen auf. Der Weg ist eine Spirale; wir haben schon viele Stufen erklommen.
… Sanftmut ist stärker als Strenge, Wasser ist stärker als Fels, Liebe ist stärker als Gewalt.
Hast du auch jenes Geheimnis vom Fluss gelernt, dass es so etwas wie Zeit nicht gibt? Dass der Fluss überall gleichzeitig ist, an der Quelle und an der Mündung, am Wasserfall, an der Fähre, in der Strömung, im Ozean und in den Bergen, überall, und dass die Gegenwart nur für ihn existiert, nicht der Schatten der Vergangenheit noch der Schatten der Zukunft.
Weil die Welt so voller Tod und Schrecken ist, versuche ich immer wieder, mein Herz zu trösten und die Blumen zu pflücken, die inmitten der Hölle wachsen.
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