Blog für Philosophische
Praxis im Alltag
„Philosophie ist das Nachdenken über Dinge, die man besser nicht wüsste.“
Was die Welt im Innersten zusammenhält – Zur Sakralsoziologie Georges Batailles
Die Hauptthesen der Sakralsoziologie lauten: Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht nicht aus Harmonie, sondern aus Spannung. Triebhafte Kräfte lassen sich ordnen, jedoch niemals vollständig rationalisieren. Was ausgeschlossen und verdrängt wird, bleibt sozial wirksam. Im Spiel von Anziehung und Abstoßung formiert sich das…
Erotik und sakrale Kommunikation – Bataille und Nietzsche im Vergleich
In On Nietzsche, insbesondere in den biographischen Passagen, entwirft Georges Bataille eine phänomenologische Annäherung an das, was sich als christliche Affekterotik beschreiben lässt. Obwohl er sich selbst als „heftig religiösen“ Atheisten bezeichnet, wird deutlich, wie nachhaltig das Christentum sein Denken…
Sünde und Transgression in der Subjektphilosophie Georges Batailles
Der vorliegende Text stammt aus der ungekürzten Fassung meiner Dissertation und untersucht, wie Bataille den Begriff der Sünde in eine Subjektphilosophie integriert und Transgression als einen selbstermächtigenden Prozess begreift, in dem sich das Subjekt in der Überschreitung seiner Grenzen als…
Die Universalität religiöser Erfahrung: Mystik-Diskussion bei Bataille
Der folgende Abschnitt entstammt der ungekürzten Fassung meiner Dissertation und enthält die Mystikdiskussion über die Universalität religiöser Erfahrung bei William James, Marcel Mauss, John Dewey und Georges Bataille. Die Universalität der religiösen Erfahrung Im Hinblick auf die Untersuchung und Bedeutung…
Anaxagoras bei Nietzsche – Ordnung, Bewegung und der dubiose Geist Nous
In den hier behandelten Textstellen aus „Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen“ rekonstruiert Friedrich Nietzsche die Philosophie des Anaxagoras vor dem Hintergrund des großen vorsokratischen Grundkonflikts: des Streits mit Parmenides. Dieser Konflikt dreht sich um die Frage, ob es…
Warum Schnee auch schwarz sein kann – 10 Thesen von Leibniz
„Schnee ist schwarz.“ Kaum ein Satz eignet sich besser, um philosophisches Denken zu provozieren. Jeder Mensch weiß, dass Schnee weiß ist. Genau deshalb wirkt die gegenteilige Behauptung absurd. Und doch stammt sie aus der Philosophie – genauer: von Anaxagoras, einem…
Die Frau in der Geschichte der Philosophie und die halbe Menschheit als Sonderfall
Die Geschichte der Philosophie ist – betrachtet man ihre kanonischen Figuren – eine nahezu ausschließlich männliche Erzählung. Von der antiken Metaphysik bis zur deutschen Idealphilosophie, von der Moralphilosophie der Aufklärung bis zur Existenzphilosophie des 19. und 20. Jahrhunderts dominieren männliche…
Batailles kritischer Nietzscheanismus und die vier Grundpfeiler seiner Philosophie
Georges Bataille sieht sich selbst als Nachfolger einer von Nietzsche angestoßenen Lebensphilosophie und verteidigt Nietzsche gegen ideologische Vereinnahmungen, knüpft jedoch zugleich kritisch an dessen Denken an. Während Nietzsche Macht als grundlegende Lebensdynamik konzipiert, analysiert Bataille Macht als Struktur der Verdinglichung….